Evi Hajek - Kräuter & Wald

24.12.2020 -- Posted by : Meffa

Täglich schickt Evi an ihre Newsletter-Abonnenten ihren wunderschönen Adventskalender, ich habe ihn hier für euch zusammen gestellt:

24. Dezember – Frohe Weihnachten

 

Ins flackernde Kerznliacht schaun,

as Dasein kapiern;

fest auf den liabn Gott vertraun

- Weihnachten spürn!

In uns wieder d`Liab ozündn,

de Herzn berührn;

wieder zueinander finden

- Weihnachten spürn!

Des Liad hörn von da „Stillen Nacht“,

d`Angst vorm Leben verliern;

merka, wia d`Hoffnung neu erwacht

- Weihnachten spürn!

Andächtig d`Weihnachtsgschicht lesn,

se deswegn ned geniern;

wissen, so is`s damois gwesn

- Weihnachten spürn!

Zruckdenga an desselbig Jahr,

drüber nachsinniern

und fuihn, dass des a Wunder war

- Weihnachten spürn!

- Annemarie Köllerer -

Frohe Weihnachten euch allen da draußen,

das wünsch ich Euch von ganzem Herzen.

Und bedanken möcht ich mich bei Dir, dass Du mich die Tage durch den Advent begleitet hast. Danke sagen, für die vielen Briefe, Karten, Mails und Packerl, die mir geschickt worden sind! Das hat mich so gfreid, zu lesn und auch zu hörn, dass ich in diesem so anderen Jahr a bisserl a Freude und Abwechslung in Euren Alltag gebracht hab. Es war mir wirklich ein großes Vergnügen und es war mir nie eine Mühe, ganz im Gegenteil – jedes Brieferl, dass ich gschriebn hab war für mich selba a Überraschung. Es hat mir so Spaß gmacht, in meinem Fundus Fotos, Geschichten und passende Gedichte rauszusuchen und Dir a G`schicht drumrum zu erzählen.

Jeden Tag hab ich auf mein Adventstischerl was aus der Natur gelegt und mir gedacht, ob Du das heut wohl auch machst – ob jeder die Zeit und Muße hat, durch den Wald zu streifen und dabei Kraft und Zuversicht zu tanken. Ich wünsch, dass Du Dir wenigstens ab und zu mal a paar Minuten hast dafür nehmen können und, dass Du in den nächsten Tagen Momente findest, raus zu gehen.

Zum Abschluss schick ich Dir noch ein Foto von meinem Adventseckerl mit – ganz schön voll is es geworden – allerlei hab ich gefunden: Mistelzweigerl, Baumperlen, Hagebutten, Lärchenzapfen, Rindenstückerl, a Schneckenhaus, eine schöne Wurzel und noch vieles mehr.

Ja, und wie soll es anders sein, schreib ich Dir heute noch eine schöne Geschichte, vielleicht magst sie ja heut Abend im Kreis Deiner Lieben vorlesen.

Der erste Christbaum bei den Waldbauern

Es waren die ersten Weihnachtsferien meiner Studienzeit. Wochenlang hatte ich schon die Tage, endlich die Stunden gezählt bis zum Morgen der Heimfahrt von Graz ins Alpel. Und als der Tag kam, da stürmte und stöberte es, dass mein Eisenbahnzug steckenblieb. Da stieg ich aus und ging zu Fuß, frisch und lustig, sechs Stunden lang durch das Tal, wo der Frost mir Nase und Ohren abschnitt, dass ich sie gar nicht mehr spürte. Durch den Bergwald hinauf, wo mir so warm wurde, dass die Ohren auf einmal wieder da waren und heißer als je im Sommer.

So kam ich, als es schon dämmerte, glücklich hinauf, wo das alte Haus, schimmernd durch Gestöber und Nebel, wie ein verschwommener Fleck stand, einsam mitten in der Schneewüste. Als ich eintrat, wie war die Stube so klein und niedrig und dunkel und warm – urheimlich. In den Stadthäusern verliert man ja allen Maßstab für ein Waldbauernhaus. Aber man findet sich gleich wieder hinein, wenn die Mutter den Ankömmling ohne alle Umstände so grüßt: “Na, weil d’nur da bist!”

Auf dem offenen Steinherd prasselte das Feuer, in der guten Stube wurde eine Kerze angezündet. “Mutter, nit!” wehrte ich ab, “tut lieber das Spanlicht anzünden, das ist schöner.”

Sie tat’s aber nicht. Das Kienspanlicht ist für die Werktage. Weil nach langer Abwesenheit der Sohn heimkam, war für die Mutter Feiertag geworden. Darum die festliche Kerze.

Als die Augen sich an das Halblicht gewöhnt hatten, sah ich auch das Nickerl, das achtjährige Brüderlein. Es war das jüngste und letzte. “Ausschauen tust gut!” lobte die Mutter meine vom Gestöber geröteten Wangen. Der kleine Nickerl aber sah blass aus. “Du hast ja die Stadtfarb, statt meiner!” sagte ich und habe gelacht. Die Sache war so. Der Kleine tat husten, den halben Winter schon. Und da war eine alte Hausmagd, die sagte es täglich wenigstens dreimal, dass für ein “hustendes Leut” nichts schlechter sei als “derkalte Luft”. Sie verbot es, dass der Kleine hinaus vor die Türe ging. Ich glaube, deshalb war er so blass, und nicht des Hustens halber.

In der dem Christfest vorhergegangenen Nacht schlief ich wenig – etwas Seltenes in jenen Jahren. Die Mutter hatte mir auf dem Herde ein Bett gemacht mit der Weisung, die Beine nicht zu weit auszustrecken, sonst kämen sie in die Feuergrube, wo die Kohlen glosten. Die glosenden Kohlen waren gemütlich, das knisterte in der stillfinsteren Nacht so hübsch und warf einen leichten Glutschein an die Wand, wo ein einem Gestelle die buntbemalten Schüsseln lehnten. Da war ein Anliegen, über das ich schlüssig werden musste in dieser Nacht, ehe die Mutter an den Herd trat, um die Morgensuppe zu kochen. Ich hatte viel sprechen gehört davon, wie man in den Städten Weihnachten feiert. Da sollen sie ein Fichtenbäumchen, ein wirkliches kleines Bäumchen aus dem Wald, auf dem Tisch stellen, an seinen Zweigen Kerzlein befestigen, sie anzünden, darunter sogar Geschenke für die Kinder hinlegen und sagen, das Christkind hätte es gebracht.

Nun hatte ich vor, meinem kleinen Bruder, dem Nickerl, einen Christbaum zu errichten. Aber alles im Geheimen, das gehört dazu. Nachdem es soweit taghell geworden war, ging ich in den frostigen Nebel hinaus. Und just dieser Nebel schützte mich vor den Blicken der ums Haus herum arbeitenden Leute, als ich vom Walde her mit einem Fichtenwipfelchen gegen die Wagenhütte lief.

Dann ward es Abend. Die Gesindleute waren noch in den Ställen beschäftigt oder in den Kammern, wo sie sich nach der Sitte des Heiligen Abends die Köpfe wuschen und ihr Festgewand herrichteten. Die Mutter in der Küche buk die Christtagskrapfen, und der Vater in einem Gefäß mit dem kleinen Nickerl besegnete den Hof. Hatte nämlich der Vater in einem Gefäß glühende Kohlen, hatte auf dieselben Weihrauch gestreut und ging damit durch alle Räume des Hofes, um sie zu beräuchern und dabei schweigend zu beten. Es sollten böse Geister vertrieben und gute ins Haus gesegnet werden.

Dieweilen also die Leute draußen zu tun hatten, bereitet ich in der großen Stube den Christbaum. Das Bäumchen, das im Scheite stak, stellte ich auf den Tisch. Dann schnitt ich vom Wachsstock zehn oder zwölf Kerzchen und klebte sie an die Ästlein. Unterhalb, am Fuße des Bäumchens, legte ich einen Wecken hin.

Da hörte ich über der Stube auf dem Dachboden auch schon Tritte – langsame und trippelnde. Sie waren schon da und segneten den Bodenraum. Bald würden sie in der Stube sein, mit der wir den Rauchgang zu beschließen pflegten. Ich zündete die Kerzen an und versteckte mich hinter dem Ofen.

Die Tür ging auf, sie traten herein mit ihren Weihgefäßen und standen still. “Was ist denn das?” sagte Vater mit leiser, langgezogener Stimme. Der Kleine starrte sprachlos drein. In seinen großen, runden Augen spiegelten sich wie Sternlein die Christbaumlichter. Der Vater schritt langsam zur Küchentür und flüsterte hinaus: “Mutter, Mutter! Komm ein wenig herein”. Und als sie da war: “Mutter, hast du das gemacht?”

“Maria und Josef!” hauchte die Mutter, “Was lauter habens denn da auf den Tisch getan?” Bald kamen auch die Knechte und Mägde herbei, hell erschrocken über die seltsame Erscheinung. Da vermutete einer, ein Junge, der aus dem Tal da war: Es könnte ein Christbaum sein …

Sollte es denn wirklich wahr sein, dass Engel solche Bäumlein vom Himmel bringen? Sie schauten und staunten. Und aus des Vaters Gefäß qualmte der Weihrauch und erfüllte schon die ganze Stube, so dass es war wie ein zarter Schleier, der sich über das brennende Bäumchen legte.

Die Mutter suchte mit den Augen in der Stube herum: “Wo ist denn Peter?” Da erachtete ich es an der Zeit, dem Ofenwinkel hervorzutreten. Den kleinen Nickerl, der immer noch sprachlos und unbeweglich war, nahm ich an den kühlen Händchen und führte ihn vor den Tisch. Fast sträubte er sich. Aber ich sagte – selber tief feierlich gestimmt – zu ihm: “Tu dich nicht fürchten, Brüderl! Schau, das lieb Christkindl hat dir einen Christbaum gebracht. Der ist dein.”

Und da hub der Kleine an zu wiehern vor Freude und Rührung, und die Hände hielt er gefaltet wie in der Kirche.

Öfter als vierzigmal seither habe ich den Christbaum erlebt mit mächtigem Glanz, mit reichen Gaben und freudigem Jubel unter Großen und Kleinen. Aber größere Christbaumfreude, ja eine so helle Freude hab ich noch nicht gesehen, als jene meines kleinen Brüderlein Nickerl – dem es so plötzlich und wundersam vor die Augen trat – ein Zeichen dessen, der da vom Himmel kam.

Peter Rosegger (1843-1918)

Jetzt sag i „Pfiati“ und wünsch Dir auch so eine Weihnachtsfreude, wie der Peter seinem Bruder, dem Nickerl bereitet hat.

Frohe Weihnachten und das Allerbeste für das Neue Jahr!

Deine Evi

23. Dezember – Christrose

Es blüht eine Rose zur Weihnachtszeit

draußen in Eis und Schnee

und wenn`s in der Winternacht friert und schneit,

das tut der Rose nicht weh.

Es grünt eine Hoffnung zur Weihnachtszeit,

drinnen im Herzen still:

dass immer und ewig so schön wie heut‘

Frieden werden will.

Christrose, Christrose,

Blume der Heiligen Nacht!

Christrose, Christrose,

hast mir die Hoffnung gebracht!

Die Liebe vertreibt meine Einsamkeit,

mir tut das Herz nicht mehr weh,

Es blüht eine Rose zur Weihnachtszeit

draußen in Eis und Schnee

                                                               - unbekannt-

Griaß Di,

leider liegt ja noch immer kein Schnee, dafür seh ich jetzt auf meinen Streifzügen durch den Wald ganz klein und frech überall „Schneekadern“ aus dem Boden spitzen -Du glaubst nicht, wie lang ich jetzt hier sitz und überleg, wie man dieses boarische Wort schreibt…!  Christrosen, Schneerosen, Helleborus nirgra – es gibt viele Wörter für diese einzigartige, hübsche Blume. Sie blüht im Winter – da gibt es nicht viele, die es ihr nachmachen. Nieswurz wird sie auch genannt – wen wundert es da, dass sie früher als Niespulver verwendet wurde.

Giftig ist sie, die Christrose, und geschützt – also nicht mit nach Hause nehmen – in der Vase hält sie eh nicht lang. Besser Du erfreust Dich an ihr in der freien Natur. Es ist`s wirklich wert, dass Du Dich mal zu der hübschen Blume runterbeugst und sie ganz genau betrachtest – am besten mit einer kleinen Lupe. Du wirst erstaunt sein, wie filigran und perfekt dieses Wunder der Natur gewachsen ist.

Wenn ich mit Kindern im Wald unterwegs bin (das fehlt mir grad wirklich – aber ich bin zuversichtlich, dass ich nächsten Winter wieder mit meinen Kindergruppen draußen unterwegs sein kann), dann erzähl ich immer eine kurze Geschichte. Die möchte ich Dir heut auch mit auf den Weg geben – Du merkst schon, Weihnachten naht und des gmiatliche und heimelige wird mir immer wichtiger – und dazu ghörn viele Geschichten und Kuschelstunden auf dem Sofa, vorm warmen Ofen und mit einer Tasse heißen Tee – de Plätzerl derfn natürlich nicht fehln!

„Wie die Christrose entstand“

In der Heiligen Nacht sprachen die Hirten zueinander: „Kommt, lasset uns nach Bethlehem gehen und sehen, was da geschehen ist.“ – Und sie machten sich eilends auf. Jeder nahm ein Geschenk mit: Butter und Honig, einen Krug Milch, Wolle vom Schaf und ein warmes Lammfell. Nur ein Hirtenknabe hatte gar nichts zum Schenken. Er suchte auf der Winterflur nach einem Blümchen. Er fand keins. Da weinte er, und die Tränen fielen auf die harte Erde. Sogleich sprossen aus den Tränen Blumen hervor, die trugen Blüten wie Rosen. Fünf Blütenblätter, zart und weiß, standen zum Kelch zusammen, daraus ein Kranz von goldenen Staubgefäßen gleich einer Krone hervorleuchtete. Voll Freude pflückte der Knabe die Blumen und brachte sie dem göttlichen Kind in der Krippe. Das Jesuskind aber legte segnend das Händchen auf das Wunder.

Seit der Zeit blüht die Blume jedes Jahr in der Weihnachtsnacht auf, und die Menschen nennen sie Christrose.

Ich werd heut nochmal das Wetter ausnutzen und in den Wald gehen – schaun, ob ich ein paar Schneekadern find. Und dann setz ich mich auf mei Kanapee und wart, dass as Christkindl kimmt und unsern Baum schön schmückt… Bist auch schon in so einer kribbeligen Vorfreude-Stimmung auf`s Christkindl?

Mach Dir einen schönen Tag,

Deine Evi

22. Dezember – Tiere an Weihnachten

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Tief im Wald ist eine Lichtung, weiß bedeckt mit frischem Schnee
und, so sagt es diese Dichtung, dort wohnt eine gute Fee.
Sie erscheint stets an Weihnachten, Sternchen funkeln ihr im Haar,
in der schönsten ihrer Trachten ruft sie dann der Tiere Schar.
In der elften Abendstunde kommen Marder, Dachs und Fuchs,
immer größer wird die Runde: Hase, Eule, Reh und Luchs.
Aus dem Haus der Fee schlägt`s Zwölfe, hell erstrahlt ein Weihnachtsbaum,
jetzt beginnt der Chor der Wölfe und der Tiere Weihnachtstraum.

Über winterliche Fluren zieht das Christkind in den Tann,
folgt im Schnee der Tiere Spuren und kommt auf der Lichtung an.
Alle Tiere sind vor Orte, in des Winterwaldes Ruh,
hören sie des Christkinds Worte und der Weihnachtsbotschaft zu.
So geschieht es jeden Winter, spät am ersten Weihnachtstag,
weil das Christkind nicht nur Kinder, sondern auch die Tiere mag.

- Alfons Pillach -

 

Griaß Di,

im Winter, wenn der Wald verschneit und der Boden gefroren ist, wird es für unsere Wildtiere schwer, etwas zum Fressen zu finden. Hab ich Dir schon erzählt, dass mein Vater Jäger ist? Nun, ich geh seit vielen Jahren in den kalten Monaten in sein Revier und fütter die Rehe und Hirsche an den dafür vorgesehenen Wildfütterungen. Der Geruch nach Apfeltrester, Körnern und frischem Heu begleitet mich dabei seit meiner Kindheit – ich liebe es, mit einem Arm voller trockener Wiesenkräuter und Gräsern durch den Schnee zur Futterraufe zu stapfen und den Tieren was Gutes zu tun.  Als Kinder sind wir immer so leise wie möglich zu den Fütterungen geschlichen, in der Hoffnung ein Reh oder sogar mal einen Hirsch dort zu sehen – das ist uns nur sehr selten geglückt. Auch heut staun ich, wie ein kleines Kind, wenn wirklich mal ein Reh an der Heuraufe steht und zu mir rüberäugt, wenn ich das Steigerl naufstapfe. Lang bleiben sie leider nie stehen, wenn sie einen entdecken – aber, wenn ich meine Arbeit verrichtet hab, dann ruf ich ihnen und ich bin mir sicher, es dauert nicht lang, dann kommen sie aus ihrem Unterschlupf wieder raus und freuen sich über die frisch gefüllten Tröge. Seit ich denken kann, gehen wir am 24. Dezember am Vormittag ins Revier, um den Rehen, Hirschen, Hasen, Füchsen und Eichkatzerln bsonders viel Heu und Futter in die Raufen zu geben – das ist ein ganz besonders schöner Familienbrauch.

Auch zu Hause bekommen meine Gartenvogerl – die vielen Meisen, Kleiber, Grünlinge, Amseln und auch der Specht – natürlich jeden Tag eine frische Ration Körner ins Vogelhäuserl. Und selbstgemachte Futterglocken hängen in den Bäumen in meinem Garten.

Dafür nehm ich alte Terrakotta-Töpfe oder ausrangierte Tassen. Diese füll ich mit einer Mischung aus Rindertalg, den ich in einem alten Topf im Wasserbad auslasse und mit Sonnenblumenkernen, Weizenkleie und getrockneten Beeren vermische. In die weiche Masse stecke ich noch ein Haselnusssteckerl oder eine Schnur, damit die Vogerl gut landen können. Du kannst den Körnerbrei auch in Muffinformen oder Plätzerlausstecher füllen und eine Schnur mit hineinstecken. Damit das selber gemachte Vogelfutter fest wird, musst Du es entweder in der Nacht auf die Terrasse stellen (wenn es kalt genug ist) oder Du stellst es einfach in Dein Gefrierfach.

Es ist mit einer der schönsten Momente an meinem Morgen, wenn ich mit meiner ersten Tasse Tee in der Küche sitz und vor meinem Fenster die putzmunteren Vogerl wie der Blitz vom Haselnussstrauch zu ihrem Vogelhaus und wieder zurück sausen und dabei jedes Mal den Schnabel voll haben, um in Ruhe, im Schutz des Gebüschs, zu frühstücken.

Jetzt sind ja schon Ferien und vielleicht hast Du Kinder daheim, Deine eigenen, die Nachbarskinder oder Deine Enkel, oder Du bastelst einfach selber gern – dann mach doch für die Vogerl zu Weihnachten ein paar „Körnertöpfe“ – da freuen die sich bestimmt darüber und besuchen das Vogelhäuserl in Deinem Garten oder auf Deinem Balkon ganz oft.

Und, für danach, zum gemütlichen Vorlesen auf der Couch, bei einer Tasse heißen Kaba, schick ich Dir noch diese Geschichte mit:

„Der kleine Stern und die Tiere im Weihnachtswald“

Auf einem seiner Ausflüge machte der kleine Stern Rast in einem Wald. Zufrieden ließ er sich neben einem Felsen auf der hohen Tanne, zu deren Füßen zwei Bänke standen, nieder.
„Das ist ein guter Platz“, murmelte er. „Hier will ich ein Weilchen bleiben.“
„Es ist auch mein Platz“, raunte ihm die alte Eule zu. „Hier verbringe ich viele meiner Nächte. Dich aber habe ich noch nie gesehen. Wer bist du und warum leuchtest du heller als meine Augen es tun?“
„Ich bin der kleine Stern“, stellte der kleine Stern sich vor. „Es ist mein Job, zu leuchten.“
„Ich bin das Eichhorn“, wisperte da eine weitere Stimme von irgendwoher aus den Tannenzweigen. „Ich wohne auch hier und mache eine Pause von meinem Winterschlaf.“
„Wir auch, wir auch“, riefen der kleine Igel und die kleine Waldmaus vom Fuße der Tanne herauf.
„Dein Licht hat mich geweckt“, knurrte der Igel und die Waldmaus sagte, freundlicher als ihr stacheliger Freund:
„Winterschlaf ist langweilig. Danke, dass du mich mit deinem Licht aus meiner Höhle gelockt hast. Ich mag Abenteuer immer gut leiden.“
„Das ist bekannt.“ Die Eule schmunzelte. Sie kannte die Abenteuerlust der kleinen Waldmaus zu gut, hatte sie sie doch auch schon vergebens zu jagen versucht. Jetzt aber war sie satt.
„Abenteuer? Was ist das?“ Der kleine Stern aber wunderte sich. „Bin ich etwa eines?“
Nun schmunzelten alle Waldtiere. Dieser kleine Stern war wohl noch ein sehr kleiner Stern, der die Welt und das Leben erst wenig kannte.
„Kann man so sagen“, kicherte das Eichhörnchen schließlich.
„Ein großes“, sagte der Igel.
„Ein helles“, rief die Waldmaus. „Ein sehr helles sogar.“
„Ein verrücktes“, erklärte die Eule. „Ein Stern, der sich in einen Baum setzt, muss schon sehr abenteuerlustig sein.“
Der kleine Stern nickte. Dann war er also ein Abenteuer!
„Prima!“, sagte er. Und wenn es euch recht ist, bleibe ich ein bisschen bei euch und warte auf das nächste Abenteuer. Es heißt ‚Weihnachten’ und das möchte ich hier finden. Es soll, so habe ich gehört, dem Wald viele feierliche Geheimnisse schenken.“
„Gute Idee.“ Die Eule hatte Mühe, sich ein Lachen zu verkneifen. „Ich heiße dich willkommen und ich glaube, mit einem echten kleinen Stern wird unser Wald der geheimnisvollste und feierlichste Weihnachtswald sein, den es je gegeben hat.“
Da freute sich der kleine Stern, wenn er auch die Worte der Eule nicht ganz verstanden hatte. Aber es mussten kluge Worte sein, das las er in den Gesichtern der anderen Tiere. Und weil er sich so sehr freute, strengte er sich noch ein bisschen mehr an und schickte noch mehr von seinen silbernen Sternenlichtstrahlen in die Nacht hinaus.
So kam es, dass der Wald und die Felder ringsum in diesem Jahr in der Weihnachtszeit in den Nächten besonders geheimnisvoll und feierlich leuchteten und strahlten und dass viele Menschen und Tiere in diesen Wochen zu Besuch kamen und – wie der kleine Stern – hier im Wald die Weihnacht suchten.                                                                                     
- Elke Bräunling -

Vielleicht findest Du ja auch einen kleinen Stern, bei Deinem nächsten Waldspaziergang! Einen schönen Tag wünsch ich Dir,

Deine Evi

 

21. Dezember – Wintersonnwende

De Nächte san lang, die Tage werdn zweng.

Im Gmiat werds oft finster, in der Seel manchmoi eng.

Die Zeit steht fast still, woaß i echt, was i will?

Des Jahr geht zu End, hob i mi scho wieda verrennt?

Was wollt i ned no ois doa und schaffn

Und jetzt hab I des Gfui, i bin im Kreis umaglaffn.

Sitz di nieda, gib a Ruah, horch dir selber moi zua.

Hol di einfach wieda ein, des Leben soi di ja gfrein!

Zünd de Kohln o, lass gliahn, lass die Seel damit ziagn.

Dua sie reinign mit an Rauch, is a uralter Brauch.

(C. und F. Köhle)

Griaß Di,

heut möcht ich Dich schon mal auf die Rauhnächte einstimmen. In den Nächten um den Jahreswechsel, eben den Raunächten, wird bei uns am häufigsten geräuchert. Die Raunächte beginnen am 24. Dezember und enden am Dreikönigstag, dem 06. Januar. Häufig wird auch schon die Thomasnacht, die längste Nacht des Jahres, die Wintersonnwende am 21. Dezember als Raunacht gefeiert. Die bekanntesten Raunächte sind die Heilige Nacht am 24. Dezember, der 31. Dezember (Silvester) und Heilig Drei König, von 05. auf 06. Januar.

Wenn man in der Zeitrechnung nach einem Mondjahr geht, hat das Jahr 354 Tage – die fehlenden 11 Tage zum Sonnenjahr mit 365 Tagen werden als zwölf Raunächte – als Zeit zwischen der Zeit – eingeschoben. Früher glaubten die Menschen, dass in dieser Zeit die Verbindung in die Anderswelt und zu den Ahnen leichter möglich ist, sie waren aber zu der Zeit auch ängstlicher und verließen ihr Haus nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr, da die Percht und die Wilde Jagd, angeführt von Wotan, durch die Luft brausten. Um die bösen Geister zu vertreiben und die Häuser zu reinigen wurde in dieser Zeit mit Kräutern und Harzen geräuchert. Dieses Ritual wurde mit vielen Vorschriften in und ums Haus begleitet. So durfte keine Unordnung im Haus sein, in der Nacht musste immer ein Licht am Fenster brennen, Wäsche durfte nicht gewaschen und aufgehängt werden und die Spinnräder, an denen die Frauen an kalten Winterabenden beieinandersaßen, sollten stillstehen. In diesen besonderen Nächten ist die Zeit, in der die Tiere angeblich sprechen können – ich sehe das als Einladung zum genaueren Hinhören, zum Lauschen auf meine innere Stimme und auf das, was die Natur und die Menschen um mich mit ihrer Art ausdrücken.

Wir fangen immer in der Thomas-Nacht – am Tag der Wintersonnenwende -, also heute, mit dem Räuchern an. Die längste Nacht des Jahres, ab jetzt werden die Tage wieder länger und ein neuer Zyklus im Lebenskreislauf beginnt. In der Natur ist das „Neue“ noch unter der Erde versteckt, aber die Kräfte sammeln sich schon zu neuem Leben. Heut verräucher ich gern Tannennadeln, Fichtenzweigerl, a paar Mistelblätter und natürlich Pech von der Fichte. Direkt auf die Kohle aus unserm Holzofen in einem Räucherpfandl wird das Räucherwerk gelegt, das dampft ordentlich Dann gehen wir durchs ganze Haus damit und räuchern jeden Winkel aus. Wir beten dabei a „Vater unser“ und a „Gegrüßt seist Du Maria“ – es is aber auch schön, einfach in Gedanken das vergangene Jahr vorbei ziehen zu lassen und voraus zu schaun, was des neue Jahr wohl bringen wird. Nach dem Räuchern ist`s wichtig, alle Türen und Fenster aufzureißen um das „Alte“ ziehen zu lassen.

„Wir lassen das Schwere und Belastende

mit dem Rauch ziehen,

bis es sich im Nichts aufgelöst hat“

 

Heut möchte ich Dir gern mal wieder eine Geschichte für den Tag mitgeben:

 

Der lange Winter

 

Es war einmal… vor langer, langer Zeit, da hatten die Menschen auf der Erde noch nicht die Möglichkeit, sich die langen, dunklen Winternächte mit künstlichem Licht zu erhellen und sie konnten sich in den kalten Nächten auch nicht an der Heizung wärmen.

Jedes Jahr, wenn sich diese Zeit durch eine immer früher am Horizont verschwindende Sonne ankündigte, bekamen die Menschen Angst. Für viele der damaligen Erdbewohner dauerte die kalte, finstere Zeit eine gefühlte Ewigkeit und es wurde ihnen nicht nur äußerlich, sondern auch in ihrem Inneren immer kälter und finsterer. In einem Jahr herrschte ein besonders strenger Winter. Jede Nacht erfroren Menschen im Dorf. Alle hatten Hunger und große Angst, diesen Winter nicht zu überleben. Ein kleines Mädchen von gerade mal vier Jahren fror gemeinsam mit seiner Familie in einer bescheidenen Hütte. Es war Mitte Dezember und die Schneedecke hatte das Dorf bereits seit über einem Monat fest im Griff. Die Vorräte wurden bereits jetzt knapp und Kerzen hatten sie schon lange nicht mehr.

Am Tag ging das Mädchen mit seiner Großmutter in den Wald, um Holz zu sammeln. Das Mädchen fragte die Großmutter, wie lange der Winter wohl noch dauern würde. Doch die alte Frau wusste es nicht und antwortete dem Mädchen: „Mein liebes Kind, frag mich nicht solche Sachen, frag den Mond und die Sterne, frag die Sonne, wenn sie sich zeigt, denn ich kann dir beim besten Willen keine Antwort geben.“

Das Mädchen nahm den Rat der Großmutter natürlich sehr, sehr ernst. Vor dem Einschlafen stellte es seine Frage, wie langer der Winter denn noch dauern würde der Sonne, dem Mond und den Sternen. Als die Himmelsgestirne die kindliche Frage vernahmen, waren sie zutiefst gerührt. Doch war es für sie nicht so einfach, mit den Menschen zu sprechen. Da kam die Sonne auf eine blendende Idee. Sie leitete die Frage des kleinen Mädchens an den Himmel weiter und so geschah es, dass der liebe Gott einen Engel auf die Erde schickte, der dem Mädchen in einem Traum erschien.

Der Engel erklärte dem Mädchen, dass sich im Winter die Natur in das Innere der Erde zurückgezogen hatte, um sich von den Strapazen des alten Jahres so gut wie möglich erholen zu können. Die Schneedecke half dabei, dass sich die Erde wieder erneuern konnte. Der Engel machte dem Mädchen Mut, denn die Vorbereitungen für das neue Jahr liefen bereits auf Hochtouren. Bald würde es auch wieder mehr Helligkeit auf der Erde geben, denn das Licht des neuen Jahres stand kurz davor, neugeborgen zu werden. Genau dann, wenn die Nacht am längsten und der Tag am kürzesten ist, steht die Geburt des Lichts ins Haus. Denn, wenn der Winter beginnt, dann werden die Tage auch wieder länger. „Die Sonnenwende am 21. Dezember soll den Menschen für die restliche Zeit des Winters wieder Hoffnung geben“, sagte der Engel.

Und so war es auch. Wenige Tage später, zur Zeit der Wintersonnenwende, begann sich das Blatt zu wenden, die Tage wurden wieder länger und die Menschen schöpften neue Hoffnung auf eine wärmere Zeit und eine freundlichere Natur.

So begibt es sich auch jede Nacht auf unserer Erde: Wenn die Nacht am dunkelsten ist, ist der erste Sonnenstrahl des neuen Tages am nächsten. Und so ist es auch im Leben. Wenn die Lage oft noch so aussichtslos erscheint, kann sich die Situation schon im nächsten Moment wieder wenden. Die Natur zeigt uns, dass Phasen der Dunkelheit zum Lebensplan der Erde gehören und, dass es trotzdem oder gerade deswegen immer wieder Licht wird.

                                                                                                                                              - Nina Stögmüller -

 

Liebe Grüße,

Deine Evi

 

4. Adventssonntag – Christkindl Schiassn

Alle vier Kerzerl dean brenna, da Advent is glei um

und da Vada putztn' Christbam und de Muada richt' de Stubn.

Schum schei, didel dei! De Weihnacht kommt glei!

(Volkslied)

Griaß Di,

a ganz schöner Wirbel war des vorgestern… „Jetzt derfat ma eh nur dahoam schiassn und dann ned amoi des!“, hörte man von grantigen Weihnachts-schützen. Am Samstagvormittag dann die große Erleichterung: „Zsamm kemma, derf ma zwar ned – aber schiassn dahoam. Da san wir scho froh!“

Ja, des Christkindl-Schiassn an Weihnachten ist für mich einer der wichtigsten Bräuche in unserm Talkessel. Eine Woche vor Weihnachten wird jeden Nachmittag um drei Uhr geschossen, an den Werktagen daheim – oder in der Arbeit – gestern haben wirklich zwei Buam auf der Baustelle nebenan an Böller dabei ghabt. Das war a netter Anblick – Weihnachtsschützen im Arbeitsgwand auf am Gerüst mit dem Böller in der Hand! Das zeigt deutlich, wie wichtig der Brauch für uns alle ist. Am vierten Adventssonntag wird normaler Weis am Nachmittag bei uns in der Schönau am Hanauerstoa das Christkindl „aufgweckt“ - heuer nicht - und auch am 24. Dezember wird in diesem Jahr am Bodnerfeld kein Schütze zu sehen sein. Dafür dürfen`s daheim schiassn, de Männer und Buam. Und zur Mettn ghört des Weihnachts-Schiassn natürlich auch dazu. Schon a paar Stunden vorher hört man die ersten Schüss. Früher hat der oberste Bergbauer, als er den Hof Richtung Tal verlassen hat, an Schuss gmacht, damit der nächste Schütz weiß, dass er glei von seinem Kameraden abghoit werd. Und des is immer so weiter ganga, bis am Schützenkaser okemma san. Da wird immer alles schee hergricht – a Stern werd aufgstellt, der in der Nacht vom Hanauerstoa oba leicht. Auch, wenn heut kein Schütz mehr den weiten Weg von der Hinterschönau oder dem Faselsberg zu Fuß runter geht, wird schon fleißig vor Mitternacht gschossn. Und vor der Mettn dann, stehn oft hundert Männer rund um den Schützenkaser und schiassn abwechselnd mit de Kinigsseer, die drent da Achn stehn. Wer des moi ghört hat, kann, hoff ich, jeden verstehn, der dieses Brauchtum liebt – für mich is Weihnachten ned echt, wenn ich koane Schützen hör. Im Studium damals hat`s Zeiten geben, wo ich ned hoamkemma bin – dann hat mi meine Mama immer am Telefon dabei sei lassen – des is einfach unvergesslich.

Auch, wenn`s heuer staader sei wird über mir am Hanauerstoa – mein Mann wird sicher den einen oder andern Schuss machen, da gfrei ich mi scho. Und wenn ich ehrlich bin, gfreit´s mi schon a ganz kloans bisserl, dass er heuer ned zum Schiassn weg geht – dann hab ich länger was von ihm am Heilig Abend – sonst ist er als Kaserwart immer schon um zehn Uhr auf d`Nacht dahin, Ofen nachhoazn und auf seine Schützen warten…

Wer den Brauch ned kennt, kann hier a bisserl was drüber nachlesen und anhören:

I wünsch Dir einen wunderschönen vierten Adventssonntag,

Deine Evi

 

19. Dezember – Geschenke von Herzen

 

Was soll i Dir schenka, was kannt i Dir gebn?

Kimm sag, was konnst Du braucha - was wichtig is fürs Leben.

Ja, `s müaßat sei was Bsonders, was grad vom Christkindl kimmt;

was `s nirgends gibt zum Kaffa, wo einfach ois stimmt.

I möchte dir gebn ebbs Oanzigs, ebbs mit vui Herz und Gfui,

was zart, was warm und liab is: ja, des is`s, was I wui!

Geduid und vui Verständnis, vielleicht waar des scho gnua;

i packtl no ois Zuagab – mei ganze Liab dazua!

Und sollt I des vergessen, ja, des kannst so leicht sei –

ois Pfand kriagst mei Gedichterl: da wickelt i`s Gschenk drin ei!

(Annemarie Köllerer)

Griaß Di,

jetzt is nimmer lang – hast scho alle Geschenke beinand? Ned? Denk Dir nix, Du hast no vui Zeit, um selber was Schönes, was von Herzen kommt, zu machen. Mir geht`s oft so, dass mir im letzten Moment no wer einfällt, dem i so gern a Kleinigkeit schenken möchte oder, dass ich so gar koa Idee hab, was i herschenken könnt. Dann geh ich naus in Wald, sammel Zweigerl, Zapfen, Beeren und Moos und, wenn ich find a paar Efeuranken. Aus dem mach ich dann an kleinen Tür-Kranz – des schaut wunderhübsch aus und darüber freut sich a jeder.

Auf dem Foto siagst mein Nikolaus-Kranzerl, des hab ich heuer von meiner lieben Freundin gschenkt kriagt und hab a so a Freud damit – jedes Mal, wenn ich aus der Terrassentür geh, denk ich an sie. Was mehr möcht ma mit am Geschenk erreichen – da brauchts ned vui Geld, koane Internet-Geschäfte und Packerldienste – einfach nur a paar grüne Zutaten und a bisserl a Geduld! Mei, wers`d vielleicht sagn, an Kranz binden, des kann i ned – probier`s einfach aus, es is gar ned so schwer und nach a paar Kranzerl werd`s immer leichter…

Ich hab aber a no andere Ideen für Di. Einfache „Auf den letzten Drücker“ – Geschenke san zum Beispiel a Kräuter-Salz, Punschzucker oder meine Vanillekipferl. Über ein Eis-Licht oder ein „Püschel-Windlicht“ freut sich sicher auch a jeder.

Für das Kräuter-Salz nimmst ein gutes Alpen-Salz aus unserm Bergwerk und getrocknete Kräuter – zum Beispiel Majoran, Thymian, Rosmarin – wenn`s D` hast auch getrocknete Rosen- oder Ringelblumenblüten, des schaut sehr schee aus. Die Kräuter im Mörser a bisserl kleinreiben und dann mit`m Salz mischen. Mengenangaben hab ich hier nicht, das machst einfach nach Deinem Bauchgefühl – so, wie Du es gern magst!

Für den Punschzucker nimm ich zwei Stangen Zimt, ungefähr a viertelde Muskatnuss und eine Nelke, zerkleiner alles im Mörser oder in der Küchenmaschine und verrühr das Ganze mit 200g braunem Zucker – des geht natürlich auch mit am normalen Zucker und mit schon gemahlenen Gewürzen.

Dann füllst das Salz oder den Zucker in hübsche kleine Glaserl, bindest a Schleiferl drum und fertig is, dein selber gmachts Geschenk.

Doch das größte Geschenk, find ich, das man machen kann, is Zeit – gemeinsame Zeit. Ich verschenk gern einen gemeinsamen Nachmittag, an dem Salben gerührt, Harz gesammelt und Kräuter geerntet werdn. Oder einen Tag im Wald, eine gemeinsame Bergtour mit Übernachtung, einen gemütlichen Kaffeeklatsch mit Kuchen nach Wunsch. Dafür häng ich einen handgeschriebenen Gutschein zum Beispiel an ein Kräutersalz-Glas oder ein Windlicht, verzier das Ganze mit einem grünen Zweigerl und einer Schleife und fertig ist mei selber gmachts Geschenk. Weil ois, was selber gmacht is und gemeinsame Zeit verspricht, kommt direkt vom Herzerl.

Vui Spaß beim Basteln und Kräutern wünsch i Dir!

Deine Evi

 

18. Dezember – Waldspaziergang

Im Woid is so staad
Alle Weg san verwaht
Alle Weg san verschniebn
Is koa Steigerl mehr bliebn


Hörst 'as z'weitast im Woid
Wann da Schnee oba foit
Wann si 's Asterl o'biagt
Wann a Vogerl auffliagt

 

Aber heit kunnts scho sei
Es waar nomoi so fei
Es waar nomoi so staad
Dass si gar nix rührn daat

 

Kimmt de Heilige Nacht
Und da Woid is aufgwacht
Schaun de Hasn und Reh
Schaun de Hirsch übern Schnee.

- Ludwig Thoma -

Griaß Di,

 

es schneit. Dicke, schwere Flocken fallen, schweben vom Himmel und legen sich ganz sanft auf die Erde. Das ist meine Idealvorstellung von Winter und Weihnachtszeit – leider ned immer werden meine Wünsche erfüllt. Heut wird es ja wieder eher warm draußen - aber spätestens im Januar is dann hoffentlich so weit!

 

Bsonders gern bin ich an verschneiten Wintertagen im Wald unterwegs. Ich genieße es, als erste eine Spur durch den tiefen Schnee zu ziehen. Oft bin ich aber nicht die erste – die Fährte vom Reh quert meistens schon vor mir des Wegerl oder ein Hase ist schon durch gehoppelt. In kurzer Zeit werden unsere Spuren schon wieder von der weißen Pracht zugedeckt sein. Ich liebe diese Stunden im Winterwald – alles ist noch ein wenig ruhiger, dumpfer und langsamer. Meine Zeit, um tief durch zu schnaufen. Während ich so vor mich hin stapfe geht mir unser Familien-Winter-Gedicht nicht aus dem Kopf:

 

Im Woid is so staad
Alle Weg san verwaht
Alle Weg san verschniebn
Is koa Steigerl mehr bliebn…

 

Leise beweg ich mich durch den Wald auf der Suche nach wertvollem Baumpech. I hab Dir ja schon erzählt, dass ich das Harz, das die Wunden der Bäume verschließt, am liebsten im Winter such. Wenn es kalt ist, lässt sich das Baumharz leichter abnehmen, ohne, dass ich die Rinde wieder verletze. Und dann gibt’s wieder frische Pech-Soim und wohlduftendes Räucherwerk.

 

Zwischendurch riech ich immer mal wieder an meinen Fingern – ein warmer, harziger Geruch, der mich an meine Waldspaziergänge mit meiner Oma erinnert klebt daran. Ja, es riecht nicht nur wunderbar, es klebt auch ganz ordentlich – aber zu Hause reib ich die Finger mit ein wenig Butter ein, das hilft.

 

Ihhh, ein dicker Batzen Schnee fällt mir direkt ins Genick – wer traut sich und schmeißt mit Schnee auf mich?!? Ein Eichhörnchen springt munter von Ast zu Ast und ich bin genau darunter gestanden – frech schaut es zu mir her, bevor es wieder weiter saust. Eichhörnchen halten nur Winterruhe, drum sieht man sie gern im verschneiten Winterwald, wenn sie auf der Suche nach ihren versteckten Wintervorräten sind. Die Walnüsse, Eicheln und Haselnüsse, die sie nicht mehr finden sind sehr wichtig für unsere Natur – daraus keimen im nächsten Jahr hoffentlich wieder neue Sträucher und Bäume.

Leise wander ich weiter, der Schnee dämpft meine Schritte und plötzlich sehe ich auf einer Lichtung zwei Rehe. Ich bin ganz versunken in den Anblick, der Wind weht mir entgegen, so bekommt das Wild meinen Geruch nicht in die Nase und ich kann ihnen noch eine Weile zuschauen. Doch dann ertönt über mir der Warnruf eines Eichelhähers, laut keckert er, schimpft und warnt die Bewohner des Waldes vor mir. Schon sind die Rehe im tiefen Wald verschwunden. Schade, ich wollte sie nicht stören.

Jetzt wird`s a für mich Zeit, zu Hause wartet eine warme Stube auf mich. Nach einer heißen Dusche gönn ich mir eine Tasse Tee und ein dickes Stück Schokoladenkuchen. Das weckt Kindheitserinnerungen in mir und ich danke meiner Oma aus tiefstem Herzen, dass sie mir solch wertvolle Lebens-Momente geschenkt hat.

Ich wünsch Dir viele schöne, verschneite Winterspaziergänge, auch, wenn`s heuer vielleicht erst nach Weihnachten soweit sein wird. Und vor allem wünsch ich Dir wertvolle Erinnerungen an schöne Stunden in Deiner Kindheit!

Liebe Grüße,

Deine Evi

 

17. Dezember – Windlichter

Im Garten
zur schwarzen Mitternacht,
unter den Sternen,
wenn es raschelt im Strauch:
zünde das Windlicht an!

(Georg Britting 1891 – 1964)

Griaß Di,

es tut mir leid, offensichtlich wurde gestern die Advents-Post ohne Bilder verschickt – warum auch immer, weiß ich leider nicht – bei mir ist alles, wie sonst auch raus geschickt worden… Ich hoffe sehr, dass es heute klappt!

Ich liebe natürliche Weihnachtsdekoration – Moos, Rinden, Zapfen, Beeren, Schneckenhäuser – die Natur schenkt uns unendlich viele Möglichkeiten. Ganz besonders gerne mag ich verblühte Blüten. Diese sammel ich im Herbst und steck sie in alle Gestecke und Kränze rund im und ums Haus. 

Kennst Du die Waldrebe? Sie rankt sich überall am Waldrand und an Bachläufen an Bäumen hinauf – im Sommer, wenn ihre Blüte aufgeht, fällt sie oft gar nicht so auf, weil alles um sie herum grünt und blüht. Viele kennen sie nicht und pflanzen sich die kultivierte Sorte, eine Clematis in den Garten, dabei wächst sie wirklich überall bei uns. Im verblühten Zustand

eignen sich die hübschen „Püschel“ wunderbar als Bastel-Material. Ein sehr hübsches Windlicht kannst Du ganz einfach aus einem breiteren und einem schmäleren Marmeladenglas, die aber ungefähr gleich hoch sind machen, in dem Du die Samenstände von der Waldrebe im Wald sammelst und in den Zwischenraum steckst. Dann stellst Du ein Teelicht ins Glas, wickelst einen Bast um das Glas, zündest die Kerze an und erfreust Dich am schönen, warmen Licht.

Wenn der Schnee die Bäume schon zugedeckt hat und keine Waldreben-Püschel mehr zu finden sind, kannst Du auch ein schönes Eislicht basteln. Einfach zwei Gefäße, z.B. Küchenschüsseln, ineinander stellen, in die innere Schüssel etwas zum Beschweren legen und den Zwischenraum mit Wasser – nicht ganz bis zum Rand – und leuchtenden Blüten oder Beeren auffüllen und über Nacht frieren lassen (entweder in der Gefriertruhe oder bei Minustemperaturen im Freien).

Diese Natur-Laternen mache ich jedes Jahr, weil ich so viel Freude daran habe. Abends gehört es zu meinem Adventsritual alle Kerzerl vorm und im Haus anzuzünden und die schöne Lichterstimmung gemeinsam mit meiner Familie zu genießen.

Ich wünsch Dir einen schönen Tag und viel Spaß beim „Püschel“ sammeln,

Deine Evi


16. Dezember – Bienenwachs-Tücher

 

Der Zauber dieser Zeit,

wie kann es sein,

dass man so lieb sie haben kann,

was macht sie aus? Erzähle!

Es liegt darin ein weicher Klang

viel Kindheit mit Gesang

und jede Menge Seele.

(Monika Minder)

Griaß Di,

wie geht`s Dir denn mit den täglichen Adventsspaziergängen? Kommst zumindest jeden Tag für eine kleine Runde in Deinen Garten? Ich wünsch es Dir so sehr, dass Du in dieser so anderen Zeit a bisserl einen Ausgleich in der Natur finden kannst. Ich bin viel und gerne draußen, sammel jeden Tag was anderes für mein Advents-Tischerl und genieß die Ruhe, die feinen Gerüche und die gute Luft im Wald.

Ganz ehrlich, ich wär schon sehr neugierig, ob Du auch was von meinen Ideen, Rezepten und Anregungen in Deine Advents-Zeit übernommen oder ausprobiert hast. Manchmal fühl i mi wie so ein neugieriges kleines Kind, des gern durch Dein Schlüsselloch schaun würde…

Gestern hab ich Dir ja die Anleitung für die Bienenwachs-Tücher versprochen. Ich hab schon auf unterschiedliche Weisen die Tücher hergestellt und mit der folgenden komm ich am besten zurecht.

Du brauchst guten Baumwollstoff – sehr gut eignen sich auch alte Laken oder Bettwäsche, die noch von der Oma im Wäscheschrank liegen. Schneide unterschiedlich große Vierecke, Rechtecke oder Kreise mit einer Zick-zack-Schere zu, dann fransen die Ränder nicht so aus. Ich verwende Wachs-Reste von meinen Bienen, Du kannst Wachs entweder bei einem Imker oder in der Apotheke kaufen.

Das Wachs wird in einem Topf im Wasserbad bei niedriger Temperatur mit ein wenig Öl (Du kannst dafür Oliven-, Raps-, Mandel- oder Jojobaöl verwenden – bitte keine ätherischen Öle!), damit das Tuch etwas geschmeidiger wird, geschmolzen. Bitte achte darauf, dass das Wachs-Öl-Gemisch nicht zu sieden beginnt.

Dann legst Du die vorbereiteten Tücher auf ein großes Butterbrot- oder Backpapier und verteilst mit einem Pinsel das Wachs darauf. Jetzt deckst Du die Tücher nochmal mit einem Butterbrot- oder Backpapier zu, nimmst Dein Bügeleisen und bügelst vorsichtig darüber. Ich empfehle Dir, das nicht auf Deinem guten Bügelbrett, sondern auf einer alten Decke oder einem alten Handtuch auf dem Tisch zu machen. Manchmal ist durch den Pinsel zu viel Wachs darauf und dann drückt es an den Seiten beim Bügeln etwas davon heraus. Wenn Du das Gefühl hast, dass es zu wenig Wachs ist, dann pinsel und bügel einfach nochmal nach. Am besten ist, Du richtest Dir für diese Arbeit einen eigenen Topf und Pinsel – dann hast Du immer schnell alles zur Hand.

Die Tücher sind eine wunderbare Alternative zu Alu- und Frischhaltefolie. Ich verwende sie sehr gern zum Brotzeit einpacken, zum Abdecken von Resten im Kühlschrank, zum Frischhalten von Brot und, und, und…

 

Aus ein paar Tüchern mach ich noch Bienenwachs-Wickel für die Erkältungszeit. Dafür musst Du die Tücher einfach dicker mit Wachs bestreichen. Bei Erkältung, Husten, Halsweh oder auch Einschlafstörungen ist der Bienenwachs-Wickel ein Wundermittel. Den Wickel kannst Du leicht mit dem Fön anwärmen, auf die Brust erst eine Mullwindel, dann das Bienenwachstuch legen, mit einem dicken Schal oder Tuch nochmal fest umwickeln und noch ein warmes Kirschkernsackerl obendrauf. Das ist wirklich sehr wohltuend und duftet so fein!

Ich wünsch Dir heute einen schönen Tag und vui Spaß beim Arbeiten mit dem Bienenwachs – Du wirst schaun, wie gut das in Deiner Küche dann duftet!

Alles Liebe,

Deine Evi

 

15. Dezember – Bratapfel

Kinder, kommt und ratet,
was im Ofen bratet!
Hört, wie's knallt und zischt.
Bald wird er aufgetischt,
der Zipfel, der Zapfel,
der Kipfel, der Kapfel,
der gelbrote Apfel.

(Volksgut)

Griaß Di,

riachst Du`s a so gern, wenn der feine Duft nach Apfel und Nüsse durch`s Haus zieht? Ich mag Bratäpfel am liebsten direkt aus dem Holzofen, de schmeckn einfach einzigartig!

Und schon die ganz Kleinen können mithelfen beim Herrichten. Heut schick ich Dir mein Lieblingsrezept:

Für jeden, der zu Hause ist, gibt es einen dicken, großen Boskop-Apfel (die schmecken uns am besten, andere Äpfel gehen aber natürlich auch).

Die Füllung für ist ganz einfach. Du brauchst für einen Apfel:

Einen kleinen Teelöffel Rosinen

ein bisserl Apfelsaft

 

je ein Teelöffel gehackte Walnüsse und gemahlene Haselnüsse oder Mandeln

Abrieb von einer Zitronen- oder Orangenschale

ein Teelöffel Sahne

etwas Honig

 

Den Apfelsaft und die Rosinen in einem in kleinen Topf erhitzen, wer mag kann auch noch einen Schuss Rum dazugeben.

Das Kerngehäuse ausstechen und die Rosinen aus dem Apfelsaft nehmen. Dann werden diese, die Nüsse, die Zitronenschale, der Honig und die Sahne miteinander verrührt und der Apfel damit gefüllt. Nett schaut es auch aus, wenn man oben drauf einen Stern aus Marzipan legt.

Der Apfelsaft wird in eine Auflaufform geschüttet, die Äpfel drauf gesetzt und im vorgeheizten Backrohr bei 180 Grad ungefähr 20 Minuten gebacken.

 

Bratäpfel lassen bei mir die schönsten Kindheitserinnerungen wach werden – meine Uri hat uns immer welche gebacken und wir haben in ihrer Stube am knisternden Kachelofen einen gemütlichen Nachmittag mitanand verbracht – das hab ich geliebt und der Gedanke daran macht mich heut noch glücklich.

Mit meinen Kindern wurde das Ritual natürlich fortgeführt.

Jetzt wünsch i Dir an Guadn und an bsonders schönen Tag!

Deine Evi

 

 

 

14. Dezember – Weihnachts-Packlerei

 

Zur Adventszeit

geht’s manchmal

geheimnisvoll zu.

Es raschelt und wispert,

es tuschelt und knistert,

es hämmert und rasselt,

es klopft und es prasselt.

Doch kommst du dazu,

herrscht plötzlich Ruh.

Ja zur Adventszeit geht’s eben

geheimnisvoll zu.

(Elke Bräunling)

Griaß Di,

geht`s bei Dir daheim a schon geheimnisvoll zu, bist schon fleißig am Geschenke verpacken und basteln? Ich mag des so sehr, wenn die einzigartige „Christkindl-Spannung“ in der Luft liegt. Grad, wenn die Kinder noch klein sind. Ich kann mich noch so gut erinnern, wie ich schnell was unter der Decke auf der Couch versteckt hab, wenn meine Mädels plötzlich am späten Abend ins Wohnzimmer getapst sind, weil sie nicht schlafen konnten und ich grad am Packerl einpacken war… Es sollte alles eine Überraschung sein und ich wollte, dass sie lang, lang ans Christkindl glauben. Heute ist das bei mir natürlich anders, aber ich versuch nach wie vor auch Geheimnisgeschenke zu besorgen, von denen meine zwei nichts wissen – dann funkeln ihre Augen an Weihnachten, als ob sie noch kleine Kinder wären.

Und geht´s Dir nicht auch so, dass Du Dich über kleine Herzensgeschenke freust? Oder auch viel Spaß dabei hast, eine Kleinigkeit zu basteln oder zu besorgen und sie einem lieben Menschen zu schenken?

In den letzten Jahren mach ich mir immer mehr Gedanken, wie ich meine Geschenke verpack – ist es wirklich nötig Folie zu verwenden oder Klarsicht-Sackerl? Geht es nicht auch anders? Letztes Jahr hab ich zum Beispiel Wachstücher in allen Größen gemacht und so manches darin verpackt. Auch alte Zeitungen eignen sich wunderbar als Geschenkpapier. Ich kann mich noch gut an meine Oma erinnern, die uns immer geschimpft hat, wenn wir das Papier zusammengeknüllt haben. Sie hat das ganze Papier an Weihnachten schön säuberlich zusammengelegt und manchmal sogar gebügelt, damit sie es im nächsten Jahr wiederverwenden konnte. Heute tut es mir leid, dass ich sie belächelt hab. Das war halt noch eine Zeit, in der nichts so einfach weggeworfen wurde.

Wie man die Wachstücher macht schreib ich Dir in den nächsten Tagen und ich würd mich sehr freuen, wenn Du mir Deine Einpack-Ideen schreibst.

Liebe Grüße und hab einen schönen Tag,

Deine Evi

 

3. Adventssonntag – Heilige Lucia

 

Drei Kerzerl am Adventskranz machen größer den Schein

und i gfrei mi unbandig, weil de Weihnacht kummt glei.

Schum schei, didel dei! De Weihnacht kommt glei

(Volkslied)

Griaß Di,

heute fällt ein ganz besonderes Fest auf den dritten Adventssonntag – das Lucia-Fest.

„Viele Christen freuen sich elf Tage vor Weihnachten auf den Namenstag der heiligen Lucia. Die Christin lebte im dritten Jahrhundert nach Christi Geburt in Sizilien. Damals wurden die Christen verfolgt. Sie durften sich nicht zu erkennen geben oder mussten sich verstecken. Laut Überlieferung brachte Lucia den Menschen damals in der dunkelsten Jahreszeit das Licht. Darüber gibt es verschiedene Legenden.

Eine Legende erzählt, dass Lucia ihre kranke Mutter pflegte. Diese wollte ihre Tochter mit einem Mann verheiraten. Doch Lucia hatte andere Pläne. Sie wollte ihr
Leben nur Jesus widmen. Das wagte sie ihrer Mutter jedoch nicht zu erzählen. Eines Tages reiste Lucia gemeinsam mit ihrer Mutter zum Grab der heiligen Agatha. Dort betete Lucia den ganzen Tag und bat die Schutzpatronin um Hilfe. Und tatsächlich: Die Mutter wurde wieder gesund. Nun fasste sich Lucia ein Herz und gestand der Mutter ihren Wunsch, die geplante Hochzeit abzusagen und ins Kloster zu ziehen. Aus Dankbarkeit über ihre neu erlangte Gesundheit willigte die Mutter ein. Dem Bräutigam gefiel das jedoch ganz und gar nicht. Aus Wut und Enttäuschung zeigte er Lucia beim Richter an. Er ließ damals Christen verfolgen und töten. Und dieses Schicksal ereilte auch Lucia.“

Lucia wurde als Lichtbringerin gefeiert, weil sie auch vielen Armen Menschen Gutes getan hatte. Interessant find ich auch, dass vor der Gregorianischen Kalenderreform der 13. Dezember der kürzeste Tag des Jahres, also die Wintersonnenwende war und es ab diesem Tag wieder etwas heller wurde– passend mit den vielen Kerzen... nach dem heutigen Kalender ist die Wintersonnwende in der Thomasnacht am 21. Dezember.

In den nordischen Ländern hat das Fest große Tradition. Ein jedes schwedisches Mädchen träumt davon einmal die Lucia sein zu dürfen um somit im Mittelpunkt des Tages zu stehen. In der Regel ist es die älteste Tochter, die als Luciabraut mit ihrem weißen Kleid, dem roten Samtband und dem Kranz aus Preiselbeerzweigen mit brennenden Kerzen die Gruppe anführt.

Bereits vor Sonnenaufgang beginnen die Vorbereitungen für das Luciafest. Die Lucia und die Begleiter kleiden sich traditionell. Die schwedische Lucia, St. Lucia, schwedisch Lussebrud, trägt ein weißes langes Kleid, ein rotes Seidenband um die Taille und eine Krone mit Kerzen auf dem Kopf. Ihr folgen die Diener, die Sternenjungen. Am Ende treffen sie auf Pfefferkuchenmänner und Heinzelmännchen (tomte) mit Laternen. Sie machen sich auf, die Familie zu wecken. Nach dem Gesang serviert die Lucia traditionell ein Frühstück mit safrangewürzten Lucia-Brötchen (Lussekatter) und Glögg, schwedischen Glühwein.

Ich schick Dir mal die Rezepte dafür mit:

Lussekatter:

500 Gramm Mehl                                      40 Gramm Hefe

125 ml Milch oder Sahne                        50 Gramm Zucker

eine Prise Salz                                            2 Eier

100 Gramm Margarine                           1 Esslöffel Rum

1/2 Teelöffel Safran                                 2 Teelöffel Milch

1/2 Tasse gewaschene Rosinen            ca. 50 Gramm gemahlene Mandeln

2 Eigelb                                                        Mandelblätter 

 

Zubereitung

Den Hefeteig aus den oben genannten Teilen Mehl, Hefe, etwas Zucker und Milch herstellen und gute 15 Minuten gehen lassen. Der Safran wird in ein wenig Milch aufgelöst. Die Margarine zerlassen, mit den Eiern, dem restlichen Zucker, Salz, dem Safran, Rum, Rosinen und den Mandeln zum Vorteig geben.

Nun den Teig so lange kneten bis der Teig Blasen wirft und sich gut vom Rand löst. Den Teig weitere 15 Minuten gehen lassen. Den Teig in zwei oder drei Stränge teilen und daraus einen Zopf oder Striezel flechten. Den Zopf noch mal gehen lassen. Das ungebackene Safranbrot mit dem verquirlten Eigelb bestreichen und mit Mandelblättern bestreuen. Nun das Safranbrot bei 200 Grad im vorgeheizten Ofen etwa 35 - 40 Minuten backen.

.

Glögg:

 

1 l Rotwein                                      8 cl Rum (variabel)

100 g Zucker                                   1 Zimtstange

20 g frischen Ingwer                    2 TL Kardamom-Pulver (6 Kardamom-Kapseln)

4 Nelken                                          100 g Rosinen

50 g abgezogene Mandelstifte 

 

Zuerst den Rotwein mit Rum, Zucker und der Zimtstange in einen Kochtopf geben. Dann den Kardamom dazugeben (die Kardamomkapseln vorher in einem Mörser zerstoßen). Den frischen Ingwer in Scheiben schneiden und zum Rotwein geben. Nun noch die Nelken und Rosinen dazugeben. Jetzt den Glögg erhitzen, dabei rühren – aber nicht kochen lassen. Den Glögg vom Herd nehmen, wenn sich der Zucker aufgelöst hat. Über Nacht ziehen lassen und dann die Gewürze aus dem Glögg durch ein Sieb geben. Für Liebhaber können die Rosinen drin bleiben, dann nur die Gewürze herausnehmen.

Vor dem Servieren wird der der Glögg erhitzt – aber nicht zum Kochen bringen – und es werden die Mandelstifte dazu gegeben.

I wünsch Dir und Deiner Familie einen schönen Adventssonntag, vielleicht bei einem warmen Feuer im Garten mit Lussekatter und Glögg und vielen Lucia-Kerzen.

Alles Liebe, Deine

Evi

 

12. Dezember – Gmiatlicher Adventsamstag

Hörst du, wie die Flammen flüstern,

knicken, knacken, krachen, knistern,

wie das Feuer rauscht und saust,

brodelt, brutzelt, brennt und braust…

(James Krüss)

Griaß Di,

an den Wochenenden im Advent zünden wir gerne ein Feuer in unserer Feuerschale an, braten Maroni, trinken an guadn Glühwein und wärmen unsere kalten Hände. Heuer haben wir schon im November damit angefangen und können gar nicht genug davon bekommen… Lodernde Flammen und die angenehme Wärme haben etwas Meditatives an sich.

Ich zünd dann alle Lichter an, die ich rund ums Haus, auf der Terrasse und in den Fenstern stehen hab – ein richtiges Lichtermeer. Die Stimmung ist dann immer a bisserl geheimnisvoll – einfach schee. Und, wenn dann noch die Sterne am Himmel strahlen und der Mond hell leuchtet – was will das Herz mehr?!?

Nachdem der Christkindlmarkt heuer ausfällt, zünden wir unser Feuer wirklich regelmäßig an und holen uns so a bisserl mehr Adventsstimmung ins Haus. Und heut auf d`Nacht gibt`s für die ganze Familie dazu Bosna von unserm Grill – mei, da gfrei i mi scho richtig!

Ich hab dazu eine schöne Geschichte für Dich:

Fantasiereise für kühle Tage – Ein Traum vorm warmen Kamin

Es ist kalt draußen und nass.
Früh wird es schon dunkel.
Du sehnst dich nach Licht und Wärme und nach einem trockenen Plätzchen. Am liebsten möchtest du dich in einen Sessel kuscheln, der an einem Ofen steht. Oder du träumst davon, vor einem offenen Kamin zu liegen. Einem Kamin, in dem heimelig ein Feuer brennt. Du denkst an Holzscheite, die im Feuer knacken und die eine wohlige Wärme verbreiten.
So einen Kamin, wie du ihn von Bildern her kennst, wünschst du dir.
Du wünschst dir seine Wärme und seine Gemütlichkeit.
Du denkst an diesen wohlig warmen Kamin.
Und du schließt die Augen.
Du stellst dir vor, du sitzt auf einem dicken, weichen Kissen vor einem Kamin.

Und dann siehst du ihn, den wohlig warmen Kamin.
Er ist aus weißen Steinen gemauert und er ist so groß, dass ein erwachsener Mensch ihn betreten könnte. Dicke Holzscheite sind auf dem Rost zu einem Holzstoß aufgeschichtet. Der ruht auf kleinen Hölzern, die zum Anfeuern dienen.
Wie sehr wünschst du dir die Wärme eines Feuers nun.
Du greifst nach einem dieser langen Zündhölzer, entzündest es und hältst es an die Anfeuerhölzchen, auf denen der Holzstapel ruht.
Psst!
Du hörst es leise knistern und knacken. Schon züngeln erste kleine Flämmchen aus den Hölzchen heraus. Sie wachsen, werden größer, knistern laut und lauter und flackern an den Holzscheiten empor.
Überall im Kamin knistert und knackt es nun und bald lodern Flammen aus allen Hölzern im Stapel, der auf dem Kaminrost liegt.
Langsam, ganz langsam wandert die Wärme, die das kleine Feuer ausstrahlt, bis zu dir herüber.
Du freust dich und hältst die kalten Hände nahe an das Feuer.
Wie gut sie tut, die Wärme.
Sie wandert von deinen Fingern in die Hände und Arme und erreicht deinen Körper, dein Gesicht.
Hmm! Gut fühlt sich das an. Wohlig. Kuschelig.
Das kalte, nasse Wetter draußen vor der Tür ist vergessen.
Spürst du die Wärme des Feuers in Fingern, Händen, Armen, am Körper, im Gesicht?
Fühle!
Stelle es dir genau vor.
Du fühlst dich warm. Kuschelig warm.
So gut tut sie, die Wärme!
So gut!
Spürst du sie?
Und spürst du, wie du dich ruhig und wohl und kuschelwarm fühlst?
Ruhig und wohl und kuschelwarm.
Das Holz im Kamin knackt laut. Das Knacken erzählt dir von der Arbeit, die die Flammen verrichten.
Hörst du es?
Und da! Jenes Sirren! Luft entweicht den Holzscheiten.
Leise sirrt es und singt dir eine Melodie vor.
Es ist die Melodie des Holzes und der Flammen.
Psst! Hörst du sie?
Leise, ganz leise singen sie dir ihr Lied vor. Das Lied des Feuers.
Lausche der Musik des Feuers.
Lausche den Geschichten der Holzscheiten.
Höre die Lieder der Flammen.
Genieße die Wärme, die sie dir schenken.
Genieße und danke und freue dich über das Geschenk, das Holz und Feuer dir machen.
Psst!                                                                                                            
© Elke Bräunling

Ich wünsch Dir die Möglichkeit, mal ein Feuer anzuzünden und einfach nur dazusitzen, den lodernden Flammen zuzuschauen und die Wärme und Ruhe zu genießen.

Ein schönes Adventswochenende!

Deine Evi

 

11. Dezember – „Pech-Soim“

 

Das Glück namens Pech…

Griaß Di,

gestern hab ich Dir erzählt, wie gern ich in den Wald geh und Harz von den Bäumen sammel. Das verwende ich nicht nur in meinen Räucherwerken, sondern in erster Linie, um daraus eine wundervolle Salbe zu rühren, die in unserer Familie nicht mehr weg zu denken ist. Wenn sich jemand einen Schiefer eingezogen hat: „Mami, wo is de Pech-Soim?“, wenn sich mein Mann beim Garteln das Kreuz verrissen hat: „Evi, wo es denn de Harz-Salbe?“, wenn ich mir beim Rosenschneiden mal wieder einen Kratzer geholt hab – auf unsere Harz-Salbe ist immer Verlass und sie ist einfach und schnell gemacht.

100ml hochwertiges Öl
30g Baumharz
15g Bienenwachs - bekommst Du beim Imker oder in der Apotheke.

Nach Wunsch 2 Handvoll Kräuter, zum Beispiel Schafgarbe, Ringelblume oder Johanniskraut

Zunächst das Öl (eventuell mit den Kräutern) langsam in einem alten Topf im Wasserbad erwärmen. Danach kommt das Harz hinzu – ich geb es immer in ein Baumwollsackerl oder in einen Teebeutel. So löst sich der Wirkstoff aus den gesammelten Harzteilen und zurück bleiben ein paar Brocken Rinde und andere Rückstände. Das Ganze ungefähr eine Stunde bei niedriger Hitze ausziehen lassen. Anschließend alles durch ein Sieb abseihen. Rückstände des Harzes können im Topf bleiben – drum ist es ratsam einen eigenen Harzsalben-Topf zu verwenden.

Zur warmen Flüssigkeit gibt man nun das Bienenwachs hinzu. Alles langsam bei kleiner Hitze im Wasserbad umrühren, bis sich das Wachs ganz aufgelöst hat. Dann in kleine vorbereitete Gefäße füllen.

Die Pechsalbe wirkt zusammenziehend, entzündungshemmend, gegen Bakterien, Viren und Pilze, herausziehend (bei Splittern oder Furunkeln) und wärmend.

Vielleicht magst ja mal ausprobieren selber eine Salbe zu rühren, es ist wirklich ganz einfach und ein schönes Geschenk.

Jetzt wünsch ich Dir vui Spaß beim Salben rühren,  

Deine Evi

 

 

10. Dezember – Räucherwerk

Immer der Nase nach:

Räuchern heißt, sich erinnern.

(unbekannt)

Griaß Di,

klirrende Kälte, Nebelschwaden, kalte Füße, rote Backen, der Geruch nach erstem Schnee, in der warmen Stube vorm Kaminofen sitzen, heißen Tee mit Honig trinken und auf dem Räucher-Stövchen ein feiner Duft nach Wald. Das ist mit die schönste Zeit im Advent.

Viele von uns sind mit dem Räuchern nur an hohen Feiertagen in der Kirche vertraut und bei uns Einheimischen ist es Brauch an den Raunächten in Haus und Hof zu räuchern. Doch die kleinen Auszeiten und Rituale des Räucherns können uns das ganze Jahr über begleiten und beschränken sich nicht nur auf besondere Anlässe. Es bereichert unseren Alltag und entführt uns in eine Welt der feinen Düfte. Kleine „Räucherpausen“ helfen uns unseren Rhythmus wiederzufinden, der uns leider in der heutigen Zeit manchmal abhandenkommt.

Ich sammle und trockne das ganze Jahr über heimische Kräuter, Hölzer und Harze und bewahre sie in einem Räucherkisterl auf. Es ist nicht immer nötig Räucherstoffe aus fernen Ländern zu kaufen, wir haben wirklich alles Wohlduftende und Wohltuende vor der Haustür. Und mein Herz geht dabei auf, wenn ich Rosenblüten auf mein Räucherstövchen lege – es erinnert mich an das summende Geräusch der Bienen, die in dem Rosenstrauch ihren Nektar sammeln, an das Schimpfen der Amsel, die ich aus dem Gehölz vertrieben habe und an den feinen Duft, die tiefrote Farbe und das Gefühl der samtigen Blütenblätter in meiner Hand. Ein Hauch von Sommer mitten in der kalten Jahreszeit.

Auch das Verräuchern von heimischen Harzen ist Balsam für meine Seele. Harz sammle ich besonders im Winter, wenn es kalt ist, dann lässt sich das harte Baumpech am einfachsten vom Baum herunterbrechen. Wichtig ist, die Rinde nicht wieder neu zu verletzen, darum ist es gut, mit Ruhe und viel Achtsamkeit den „Wald-Weihrauch“ zu ernten. Ich genieße die Stunden im Wald, die Ruhe und Beschaulichkeit – den Anblick eines Rehes auf einer Lichtung oder eines frechen Eichhörnchens hoch oben in den Ästen, das mich auf meinen Weg ein Stück begleitet.

Das Räuchern hat in meiner Familie nicht nur an Feiertagen und in den Raunächten Tradition. Meine Kinder wissen schon, dass ich mit meinem Räucherwerk in ihrem Zimmer auftauche, wenn sie erkältet sind. Mit verschiedenen Kräutern kann man Räume desinfizieren, Viren und Bakterien vertreiben und ein angenehmes Raumklima für den Erkälteten schaffen. Aber auch in Zeiten, in denen es etwas turbulenter ist, hilft eine feine Räucherung die Luft zu reinigen. Das entspannt und bringt wieder Klarheit im Kopf. Besonders an „gewittrigen“ Tagen, an denen die Familienstimmung aus dem Keller nicht herauskommt, unterstützt uns eine reinigende Räucherung zum Beispiel mit Lavendel, Salbei und Wacholder, vermischt mit feinem Fichtenharz.

Ich verwende zum Räuchern ein Räucherstövchen, auf dem das Räucherwerk langsam und leise vor sich hin duftet, wie in einer Duftlampe, wenn ich eine gemütliche, ruhige und entspannte Atmosphäre schaffen möchte oder, um die Gesundheit ein bisserl zu unterstützen. Zu bestimmten Zeiten, zum Beispiel in den Raunächten oder auch, wenn jemand lange krank war, ein großer Streit die Stimmung schlecht macht oder ein unliebsamer Besuch das Haus verlassen hat, räuchere ich „Volldampf-voraus“ : auf eine Räucherpfanne lege ich Holzglut aus meinem Kaminofen und lege das Räucherwerk direkt auf diese Kohle – das raucht und dampft ordentlich. So reinige ich mich und mein Haus von allem Schlechtem und danach lass ich es bei offenen Türen und Fenstern hinausziehen. Wichtig ist, dass beim Räuchern auf der Kohle ein größerer Anteil an Hölzern und Harzen ist, die Blüten und Blätter verbrennen zu schnell.

Hier hab` ich Dir einige Räuchermischungen zusammengestellt, falls Du gleich losräuchern möchtest. Ach ja, alle Kräuter bekommst Du natürlich auch in der Apotheke oder in einem guten Räucherladen und für nächstes Jahr weißt Du dann schon, was Du selber sammeln und trocknen kannst.

 

Advents-Duft:                     Fichtenharz, Wacholderbeeren, Beifuß, Lärchennadeln, Johanniskraut

Raunächte:                          Holunderblüten, Lavendel, Engelwurz, Rose, Holunderholz, Fichtenharz

Reinigung:                            Lavendel, Salbei, Wacholder, Fichtenharz

Segen:                                   Beifuß, Rose, Mistel, Holunderbeeren, Tannenharz

Und vergiss nicht, beim Räuchern ist weniger – mehr!

Ich wünsch Dir einen schönen, wohlduftenden Adventstag,

Deine Evi

 

 

9. Dezember – Vanillekipferl

Die Kinder wüssten gar zu gern

was da die Englein backen.

Ob es wohl groß ist oder klein?

Ob es recht knusprig schmeckt und fein?

Ob`s mürbe ist? Ob dunkel, licht?

Mit Schokolade oder nicht?

Ob`s hart ist oder leicht zerbricht?

So fragen sie und noch viel mehr

und ich würd`s gern verraten,

wenn es nicht ein Geheimnis wär!

(Ida Bohatta)

Griaß Di,

vor dem ersten Adventssonntag backen wir unsere Platzerl – jedes Jahr die altbewährten Rezepte, das hat Tradition, Rezepte die schon meine Uroma und meine Mama gebacken haben. Und die allerliebsten, allerbesten sind unsere Vanillekipferl – der Duft, wenn sie frisch aus dem Ofen kommen ist einfach unbeschreiblich – spätestens dann beginnt die Adventszeit.

Bevor wir mit dem Backen anfangen wird die „Sternschnuppen – Winterlieder-CD“ herausgekramt und wir singen laut (und falsch) die einmaligen, bayrischen Kinderlieder mit. Die CDs von Sternschnuppe sind ein Muss für alle Familien mit kleinen (und großen) Kindern. Selten haben Freunde das Glück, welche von unseren ersten „Glückskipferln“ geschenkt zu bekommen, sie schmecken uns einfach zu gut. Drum back ich sie gern öfters, verpack sie hübsch in ein Sackerl und mach einem lieben Menschen an Weihnachten oder einfach so im Advent eine Freude. Sicher hast Du Dein eigenes, hervorragendes Kipferl-Rezept, aber vielleicht magst ja meins mal ausprobieren:

Vanillekipferl

200g Butter

70g Zucker

1 EL selbstgemachten Vanillezucker (oder ein Packerl)

280g Mehl

100g geriebene Haselnüsse

 

Butter, Zucker und Vanillezucker cremig rühren. Mehl und Haselnüsse darunter kneten und kurz kühl stellen. Den Teig zu langen Rollen formen, mit einem Bienenwachs-Tuch zudecken und für mindestens 2 Stunden in den Kühlschrank stellen. Dann Taler von den Rollen schneiden und daraus Kipferl formen. Im vorgeheizten Ofen bei 180°C Ober-Unterhitze ungefähr 13 Minuten backen.

4 Esslöffel Puderzucker, 2 Esslöffel feinen Zucker und 4 Esslöffel selbstgemachten Vanillezucker (oder vier Packerl) mischen und die Glückskipferl noch lauwarm darin wälzen.

Die Adventspost von gestern hast auch erst heute bekommen, weil unser Internet nicht funktioniert hat – unglaublich, wie abhängig man von der modernen Technik ist. Es hat mir sehr leid getan, aber ich hab keine Möglichkeit gefunden gestern eine Mail zu verschicken… Kurz hab ich darüber nachgedacht, mein Advents-Brieferl in Zukunft per Post zu verschicken, aber ich hab den Gedanken dann wieder verworfen. Die fleißigen Postler haben wirklich mehr als genug zu tun zur Zeit… Drum freu ich mich um so mehr, dass ich Dir heute beide Brieferl schicken kann.

Vui Spaß in der Weihnachtsbäckerei, liebe Grüße,

Deine Evi

 

 

8. Dezember – Badebomben

Nur, wer ab und zu gar nichts tut,

hat die Chance, das Leben zu spüren.

- Unbekannt-

Griaß Di,

meine erste Erfahrung mit sprudelnden Badebomben war ein ernüchterndes Erlebnis. Auf einem Adventsmarkt hab ich mir an einem Kräuter-Stand hübsche Lavendel-Badebomben gekauft, nett verziert mit vielen getrockneten Lavendelblüten. Das hat wunderhübsch ausgesehen. Aber nach meinem entspannenden Wellnessabend in der Wanne war diese mit klebrigen Lavendelblüten übersät und ich musste erstmal ordentlich putzen, um das wieder wegzubekommen. Aus war`s mit der Entspannung…

Aber es gibt ein paar Tricks, um keine Schrubberei nach dem Baden zu haben. Entweder Du machst Dir Deine Badebomben selber und verzichtest auf die Verzierung durch Blüten oder auch Glitzerflitzer. Das ist die eher „unhübsche“ Variante – aber für mich selbst mach ich es meistens so. Zum Verschenken verzier ich die Badekugeln aber sehr wohl und leg dem Geschenk ein paar dünne Baumwollsackerl dazu. Dann können sich die Badebomben in dem Sackerl auflösen und es gibt keine „Sauerei“ in der Wanne. Wer keine Baumwollsackerl zur Hand hat, kann einfach Teefilter verwenden – das funktioniert auch wunderbar.

Badebomben könnt Ihr Euch ganz einfach selber machen – ist fast so, wie backen.

Dazu werden 60g Kakaobutter im Wasserbad geschmolzen.

150g Natron, 80g Zitronensäure und 40g Maisstärke miteinander verrühren und in die flüssige Kakaobutter einrühren.

Dann 5-10 Tropfen hochwertiges ätherisches Öl (gibt es in der Apotheke) nach Eurem Geschmack dazugeben.

In Pralinenförmchen gießen oder mit den Händen Kugeln formen und, wer mag, kann jetzt noch die Bomben mit getrockneten Blüten (Lavendel, Rose, Ringelblume) verzieren oder darin wälzen.

Das Ganze kaltstellen, damit die Bade-Bomben fest werden.

Für ein Vollbad 2-3 Pralinen ins Wasser geben und genießen.

Auch, wer keine Badewanne zu Hause hat, kann die Badebomben wunderbar verwenden und einfach das Waschbecken mit sehr warmem Wasser füllen, eine Badebombe hineingeben und die Hände und Unterarme darin baden. Das ist besonders für trockene Winterhände eine Wohltat.

Das Gleiche geht auch für die Füße: einfach einen Eimer oder eine Fußwanne mit sehr warmem Wasser füllen und eine Blubberbombe darin auflösen.

Ein sehr schönes und einfaches Weihnachtsgeschenk, das auch die Kinder schon gut basteln können und mit dem Du Dich auch selbst beschenken kannst!

Liebe Grüße und einen schönen Tag,

Deine Evi

 

 

7. Dezember – Adventstee

 

Glitzer, Glimmer, Weihnachtsschimmer

Tannengrün, Bratapfelduft,

Kerzenglanz in jedem Zimmer,

Weihnachtszeit liegt in der Luft…

(Isabella Kramer)

Griaß Di,

uiuiui, in wenigen Tagen ist Weihnachten – hast schon alle Geschenke beinand? Meine Mädels sind ja schon groß, wir schenken uns Zeit und was, was wir gemeinsam tun oder nutzen können und natürlich Selbstgemachtes und a bisserl was, was schon immer untern Christbaum ghört – Schals, Mützen, Handschuhe, gestrickte Socken, Bücher…

In dieser zweiten Adventswoche schick ich Dir in meiner Advents-Post jeden Tag eine Geschenk-Idee, mit der Du Dir selber oder jemandem an Weihnachten eine Freude machen kannst.

Ich liebe Kräuter-Tees, das ganze Jahr über trinke ich Tee. Im Sommer, wenn die Blumen und Kräuter in meiner Wiese wachsen, pflück ich mir alles frisch im Garten. Ein bisserl was brüh ich mir gleich auf und den Rest trockne ich für den Herbst und Winter.

 

Advents-Tee

Schafgarbe

Holunderblüten

Frauenmantel

Rosen- oder Ringelblumen-Blüten

Hagebutten (die kannst Du jetzt noch finden und am Ofen trocknen)

Die Kräuter zu gleichen Teilen in einer Schale mischen (das liebe ich, der Duft von den getrockneten Kräutern ist wunderbar), in hübsche Papiertüten geben, ein Zetterl dranhängen, auf dem die Zutaten und Zubereitung stehen und verschenken.

Für ein Haferl Tee einen Teelöffel Kräuter in ein Teesieb geben und ungefähr drei bis fünf Minuten ziehen lassen.

 

Mir ist bewusst, dass Du vielleicht keine Kräuter im Sommer getrocknet hast – mach Dir nichts daraus, Du kannst die Zutaten in der Apotheke oder einem guten Biogeschäft bekommen. Hagebutten gibt es dort vielleicht nicht, aber der Tee schmeckt auch ohne sie sehr fein.

Viel Spaß beim „Kräutern“ und Tee mischen,

Deine Evi

 

2. Adventssonntag – Heiliger Nikolaus

Zwoa Kerzerl machn heller und der Glanz breit' si aus.

Dahoam bei da Muatta riachts scho bsonders durch's Haus.

Schum schei, didel dei! De Weihnacht kommt glei!

(Volkslied)

Griaß Di Stephanie,

schon der zweite Adventssonntag – die Woche ist wie im Flug vergangen! Auch heute gibt’s wieder ein feines Adventsfrühstück und danach einen gemütlichen Wald-Spaziergang. Bsonders gern sind wir am Almberg unterwegs, da hat mein Vater sein Jagdrevier und bevor wir in den Wald stapfen, heizen wir in seiner Jagerhütte den Ofen ein. Wenn wir dann zurückkommen ist es in der Stube gemütlich warm und wir genießen vor dem prasselnden Ofen die mitgebrachten Platzerl und einen feinen Punsch - ein schönes Sonntagsleben!

Heut hab ich Dir eine Geschichte mitgebracht. Nimm Dir Zeit, koch Dir einen guten Kaffee oder einen heißen Tee, richt a paar Platzerl her, setz Dich gemütlich auf`s Sofa, nimm Deine Kinder oder Enkelkinder auf den Schoß oder gönn Dir einfach a paar Minuten Lesezeit, nur für Dich:

In Myra, der alten Stadt am Mittelmeer herrschte einmal sehr große Not. Die Menschen hatten sehr großen Hunger, da sie kein Korn zum Brotbacken mehr hatten. In den vergangenen Monaten war es sehr heiß und es regnete kaum. Deshalb konnten die Bauern aus Myra nichts ernten, da das Korn vertrocknet ist. Leider waren auch alle Vorräte schon aufgebraucht. Die Bewohner der kleinen Stadt hatten nur noch eine Hoffnung, wenn doch nur ein Schiff vorbeikäme und Korn dabei hätte! Viele der Menschen gingen ans Meer und schauten nach Schiffen, doch es war kein einziges Schiff zu sehen. Einige Wochen vergingen und der Hunger der Menschen wurde immer größer. Doch eines Tages kam ein großes Schiff, das voll beladen war nach Myra. Viele Soldaten waren an Bord. Die Menschen fragten sofort was sie denn geladen hätten. Einer der Soldaten antwortete: „Korn, aber es gehört dem Kaiser und ist nicht für euch bestimmt, wir können euch davon nichts geben!“. Da bekamen die Menschen Angst, wenn ihnen jetzt niemand hilft, dann werden sie verhungern! Auch die Kinder hörten davon und rannten zum Bischof Nikolaus um ihn um Hilfe zu bitten. Der Bischof ging sofort mit den Kindern zum Hafen zurück, um mit den Soldaten zu reden. Schließlich lässt sich der Kapitän überreden etwas von dem Korn in Myra zu lassen. Aber zuvor lässt er sich Kreide bringen und malt einen Strich an sein Schiff, genau über dem Wasserrand. Dann sagte er: „Wenn sich der Strich über das Wasser hebt wird man sehen das unser Schiff leichter wird und dann nehmen wir alle Säcke mit dem Korn wieder mit.“ Darauf begannen die Soldaten einige Säcke mit Korn vom Schiff zu tragen, doch der Kreidestrich blieb an der gleichen Stelle! Der Kapitän war völlig verwundert, so etwas hatte er noch nie gesehen. Das war ein Wunder! Auch die Bewohner von Myra waren erstaunt, aber sie waren sehr glücklich, jetzt mussten sie nicht mehr verhungern. Sie bedankten sich bei dem Kapitän und beim Bischof Nikolaus, durch den die Hungersnot endlich beendet war. (Nach einer alten Legende)

 Genieße den zweiten Adventssonntag, Deine Evi

 

 

5. Dezember –Nikolaus, Kramperl & Buttnmandl

Heiliger Nikolaus, du braver Mo,

i sing dir a Liadl, so guat wia i ko

Hast in dein' Sackerl drin Apferl und Kern,

vui Nussn und Feign, mei, de mag i gern!

Sag zu dein' Kramperl glei, bin no a so kloa,

er derf mi fei ja net in Sack einitoa!

(Volkslied)

Griaß Di,

„Hearst as scho? Na, i hear no nix… Doch da schebert was – jetzt kemmans…“ – wer kennt das nicht? Die Aufregung, die uns alle packt, die Spannung die in der Luft liegt, wenn da Nikolaus mit seine Kramperl und Buttnmandln auf dem Weg is.

Ich glaub es gibt wenige, die an diesen Tagen nicht vom „Nikolaus-Fieber“ gepackt werden. Heuer wird das anders sein.  Der Nikolaus zieht mit einem Kramperl oder zwei, wenn´s Brüder sind, von Haus zu Haus und besucht die Kinder. Und das find ich auch sehr schön – ein ruhiger, gemütlicher Nikolausbesuch, im Freien, nur mit der engsten Familie. Das eine oder andere Kind wird heilfroh sein, weil es sich sonst immer so arg fürchtet und manchmal die Mama auch...

Wir gern erinner ich mich an die dicken roten Backen von unseren Kindern, wenn das Warten auf den Nikolaus zu lang dauert hat. Des Kichern, wenn sie vor lauter Aufregung a bisserl schief as Niklauslied vorgsunga und beim Flötespielen ab und zu danebn griffn habn. Und danach des andächtige Auspacken vom Sackerl – die Nüsse, Äpfel, Mandarinen und natürlich der große Schokoladennikolaus – ganz wichtig war, dass es ein echter Nikolaus ist und kein „Weihnachtsmann“ –, die flauschige warme Mütze oder die dicken Socken. Manchmal auch ein Buch oder eine CD, die natürlich sofort angehört wordn is.

Sobald der Niklaus mit seinen Krampein und Buttnmandl weiter zogen is, wurde schnell alles zsammgsuacht, um selber Nikolaus zu spielen. Vom Opa des Fuchsfell aus dem Keller geholt, aus rotem Stoff a Larvn zsammgnäht und fürn Nikolaus ein großer Bademantel und ein dickes Buch geholt. Schon waren sie in ihre Rollen geschlüpft und hatten eine Menge Spaß. Später dann als sie a bisserl größer waren, musste unbedingt der Papa mitgehen, a bisserl Krampei schaugn – weit habn sie sich meistens ned getraut…

Wenn ich ehrlich bin, hoff ich aber schon sehr, dass nächstes Jahr wieder die ganze Bass unsern Berg raufschebert und uns der Nikolaus mit allen seinen Kramperln und Buttnmandln besuchen kommt – so wie sich des bei uns ghört.

Wer nicht aus unserm Talkessel kommt, kennt den Brauch vielleicht nicht, obwohl es sich in den letzten Jahren schon rumgesprochen hat, dass bei uns in den fünf Berchtesgadener Gemeinden an Nikolaus was Bsonders los ist. Ich würd mich freuen, wenn Du mir schreibst, wie Du den Nikolaustag verbringst oder als Kind erlebt hast.

Einen schönes Nikolauswochenende und einen fein gefüllten Nikolaussack wünsch ich Dir,

Deine Evi

 

 

4. Dezember – Heilige Barbara

 

Am Barbaratag

pflück ich mir einen Zweig

vom Kirschbaum in unserem Garten.

Der Advent nämlich

kann zaubern, verborgen, ganz leis`.

Man muss nur geduldig drauf warten.

Zum Weihnachtsfest dann

blüht`s bei mir kirschblütenweiß

und Schnee liegt draußen im Garten.

(Elke Bräunling)

Griaß Di,

„Knospen an St. Barbara, sind zum Christfest Blüten da“ – mit diesem Sprücherl hat mich meine Uroma früher immer am 04. Dezember hinausgeschickt in den Garten, um ein paar Zweige von unserem alten Apfelbaum zu schneiden. Die haben wir dann über Nacht in die Badewanne in lauwarmes Wasser gelegt und am nächsten Tag in einer Vase ans Fenster gestellt. Meine Uri hat mir erzählt, dass wir der Legende nach, wenn der Zweig an Weihnachten blüht im neuen Jahr viel Glück haben werden. Jeden Tag bin ich hingelaufen und hab nachgeschaut, ob die Knospen schon a bisserl aufgegangen sind und wie groß war meine Freude, wenn wirklich an Weihnachten das Zweigerl voller weißen Blüten war.

Doch woher kommt eigentlich der Brauch? Der Geschichte nach sollte die Heilige Barbara – Tochter eines Kaufmanns – im Gefängnis eingesperrt werden, weil sie standhaft an ihrem Glauben festhielt. Auf dem Weg dorthin, blieb ein Kirschzweig in ihrem Kleid hängen, den Barbara in ihrer Zelle jeden Tag mit Wasser versorgte. An dem Tag, an dem sie hingerichtet werden sollte, begann der Zweig der Überlieferung nach zu blühen.

Blüht der Zweig, der auch vom Kirschbaum oder einer Forsythie sein kann, an Weihnachten, so bringt das Glück. Verkümmern die Blüten hat man früher gedacht, dass dies Unglück bringt. Auch Hochzeiten sollen sich mit den Barbarazweigen vorhersagen lassen. Früher befestigten die Mädchen die Namen der Verehrer an den Zweigen. Der Name, der an dem zuerst blühenden Zweig hing, sollte der zukünftige Bräutigam sein.

Welche Geschichten sich auch immer um den Barbarazweig ranken – ich schneide jedes Jahr ein paar für die Vase auf meinem Weihnachtstischerl und freu mich narrisch, wenn am 24. Dezember oder a paar Tage vorher oder nachher weiße Blüten aufgehen.

Also vergiss bei Deinem heutigen Adventsspaziergang nicht, ein paar Barbarazweige zu schneiden.

Liebe Grüße,

Deine Evi

 

 

3. Dezember – Klöckesinga

Wir ziehen daher, so spät in der Nacht,
denn heit is die heilige Klöpfelenacht

Wir ziehen daher, übern Bauern sein Eck,
wir hörn’s scho, wir segn’s scho, sie san scho im Bett.

Wir ziehen daher, übern Bauern sein Hof,
wir werd’n eam scho hüat’n seine Rinder und Schaf.

Wir wünschen an Bauern an goldenen Wagn,
ja, dass er mit der Bäuerin in Himmel ko fahrn.

Wir wünschen da Bäuerin an goldenen Ring,
in da Mitt drin a Sterndl, liegt ’s Christkindl drin.

Wir wünschen de Hausleit a glückselig’s neues Jahr,
und a goldig’s Christkindl mit aufkrauste Haar.

Wir hörn ja de Schlüssel scho außaklinga,
jetzt wird uns de Bäuerin wohl de Klötzn bringa.

Wir könna net dableibn, wir müassn wieda geh,
für des, was ma kriagt ham, bedank ma uns schee.

 

Griaß Di,

mei war des jedes Jahr a Aufregung, wenn der erste Donnerstag im Advent war – kurz vorher haben sich meine Kinder Kotzn, Hut, dicke Strickjacke, Laternen, an Rucksack und Stöcke zsamm gesucht – die richtige Kleidung zum Klöckesinga. No schnell die Flöte aus der Schublade geholt und die altbewährten Lieder geübt: „Es werd scho glei dumpa, Wir ziehen daher, Ihr Kinderlein kommet“. Dann sind sie losgezogen von Haus zu Haus und haben gesungen und gespielt und anderen eine Freude bereitet. Spät am Abend sind sie mit roten Backen und kalten Fingern in der Stube gesessen, einen heißen Kaba in der Hand und haben ihre Ausbeute gerecht aufgeteilt – Schokolade, Nüsse, Äpfel und Münzen.

„Dieser Brauch ist bereits seit Jahrhunderten lebendig. An den drei Donnerstagen im Advent ging man bei Einbruch der Dunkelheit zum Klöcklsingen – nur an dem Donnerstag in der Woche vom 24.12. geht die Bercht um, da bleiben die Klöpfler zu Hause, aus Angst vor der Hexe.

Arme Leute - vorwiegend Kinder - durften an diesen Tagen ihren Speisezettel für Weihnachten etwas aufbessern. Advents- und Vorweihnachtslieder wurden vorgetragen, dafür gab es Äpfel, Birnen, Nüsse, Speck, Butter, Brot und manchmal sogar ein paar Pfennige. Die Klöckler waren vermummt, denn wer wollte sich schon zu erkennen geben, wenn er bettelnd von Haus zu Haus ging? In Berchtesgaden gehen im Gegensatz zu früher, fast nur noch Kinder diesem Brauch nach.  Vereinzelt finden sich wieder Erwachsene auf den Straßen die zum Klöckesinga gehen und für einen guten Zweck sammeln. Früher war es der ärmeren Bevölkerungsschicht vorbehalten anklopfen zu gehen um Glück und Segenswünsche zu überbringen.“

Ich freu mich immer sehr, wenn Klöpfesinger zu mir heimkommen, leider finden nicht viele unser verstecktes Haus. Vielleicht hast Du ja mehr Glück!

Einen schönen Tag,

Deine Evi

 

 

2. Dezember – Der Mistelzweig

Dem Mistelzweig wird nachgesagt,
dass er viel Glück uns bringt.
So wird er gerne aufgehängt.
Man fröhlich drunter singt.

Er soll der Liebe dienlich sein.
Ein Kuss unter dem Zweig
Soll wahre Wunder wirken.
Trau dich, wenn du nicht feig.

(Christine Wolny)

Griaß Di,

hast Dich heut auch so gefreut? Alles a bisserl weiß, mit Puderzuckerschnee überzogen – gestern war ich schon a bisserl traurig und a grantig, dass es überall schneit, nur bei uns ned… Auch, wenn´s nicht viel ist, steigt mei Adventsstimmung gleich no a bisserl mehr.

Um die Weihnachtszeit kann man in den Gärtnereien und vielen anderen Geschäften Mistelzweige kaufen. Manchmal findet man auch bei einem Waldspaziergang nach einem Sturm oder bei einem gefällten Baum Misteln auf dem Boden – das empfinde ich immer als großes Glück. Die Mistel wächst wie eine Kugel auf verschiedenen Baumarten, besonders gerne auf Apfelbäumen und Pappeln und saugt als Halbschmarotzer Wasser und Nährstoffe von den Bäumen. Es gibt die unterschiedlichsten Meinungen, ob der „Donnerbesen“, wie die Mistel auch genannt wird, Bäume schwächt. Ich denk mir immer, wenn ein Baum sehr viele Misteln hat, wird er es wohl schon a bisserl ungut finden, aber ein paar kleine Misteln werden einem gesunden Baum wohl nicht so viel ausmachen.

Früher war die Mistel eine magische Pflanze, ein Allheilmittel, das von Druiden ausschließlich mit goldenen Sicheln geerntet wurde – wer Asterix und Obelix gelesen hat, kennt sicher den Druiden Miraculix, der immer seine goldene Sichel dabei hatte. Die wertvollsten und heilkräftigsten Misteln waren die, die auf Eichen wuchsen. Wahrscheinlich, weil diese so selten waren. Die Mistel wurde gerne über die Haustüre gehängt, um vor bösen Geistern und vor Schaden zu schützen. Auch heute glauben wir noch an ihre Zauberkraft, vor allem zur Weihnachtszeit, die in die Zeit der keltischen Wintersonnwende fällt. Wer unter der Mistel steht, darf geküsst werden und so wurde die Mistel schon oft zum Kuppler für Liebespaare.

Ich wünsch Dir das Glück bei einem Deiner nächsten Spaziergänge eine Mistel zu finden oder Du machst Dir selber ein kleines Adventsgeschenk und kaufst Dir eine, schmückst sie mit einer hübschen Schleife, hängst sie über Deine Haustüre und freust Dich auf Deinen ersten Kuss darunter!

Alles Liebe,

Deine Evi

 

1. Dezember – Das Adventstischerl

Advent is -

wenn ma an Sinn vom Dasein spürt,

weil d`Liab auf oamoi in oam glüaht.

Ganz plötzlich `s Wissen in oam reift

und ma des Lebensziel begreift!

(Annemarie Köllerer)

Griaß Di,

schön, dass Du heut das erste „Türchen“ von meinem Brieferl-Adventskalender aufmachst! Ich freu mich schon darauf, Dir bis Weihnachten jeden Tag eine kleine Bastel-Idee, eine Geschichte, ein Gedicht, ein Rezept für die Adventszeit zu schicken oder Dir einfach zu schreiben, was ich so am Advent mag und, wie ich ihn verbringe.

Am ersten Adventssonntag zünden wir unser erstes Kerzerl am Adventskranz an und verbringen einen gemütlichen Tag miteinander. Am Nachmittag machen wir einen Familien-Spaziergang durch den Wald und sammeln erste Mitbringsel für unseren Adventstisch. Am 1.Dezember wird dann das Tischerl oder die Advents-Ecke hergerichtet – drunter kommt eine schöne Weihnachtsdecke und darauf unsere ersten Naturfunde vom Sonntag. Ich versuch jeden Tag im Advent - am liebsten, wenn es dicke Flocken schneit - eine Runde spazieren zu gehen oder zumindest durch meinen großen Garten zu streifen – dabei bring ich jedes Mal etwas Neues für unsere Advents-Ecke mit und so wird im Laufe des Dezembers ein wunderschön, reichgedeckter Natur-Tisch daraus. Vorgestern hab ich schöne Baumperlen an einer Fichte gefunden, sie duften wunderbar nach Harz und a bisserl Moos und Tannenzweigerl sind auch mit nach Hause gewandert.

Besonders schön war diese Zeit, als meine Kinder noch klein waren – aber auch heute genieße ich dieses Ritual und am Wochenende gehen alle mit – darauf freu ich mich immer besonders.

Ich wünsch Dir viel Spaß mit Deinem Advents-Tischerl und, dass Du jeden Tag einen Moment Zeit für einen Spaziergang in der Natur findest!

Alles Liebe,

Deine Evi

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